Im Kielwasser
Aktuelle Törns

Saisonauftakt 2019 - Schwerwettertraining!

Am vergangenen Wochenende war es soweit und bereits am Freitag, den 29. März, hat sich die Crew für das Schwewettertraining zum Saisonauftakt 2019 an Bord der "Polaris" eingefunden. Unser Skipper Frank Müller begrüßte mit seinem Co-Skipper Martin die sechs Teilnehmer des Trainings, welches durch unseren Partner "bootsausbildung.com" angeboten wurde. Vorab sei zu sagen das unsere Termine für Schwerwettertrainings bereits in den vergangenen drei Jahren Garanten für tollstes Segelwetter bei leichter Brise und einer erhöhten Gefahr eineis Sonnenbrandes früh oder spät in der Saison waren! So sollte es also auch letztes Wochenende sein und der Crew blieb nichts anderes übrig als zum Beispiel die Wirkung eines Treibankers und die Steuereigenschaften mit 2.000 U/Min. des Motors über einen Hahnepot achteraus zu testen. Beiliegen, verschiedene Möglichkeiten der Strecktaue an Deck und weitere Inhalte konnten praxisnah von und mit den Teilnehmern getestet werden. Belohnt wunde die Crew mit einem tollen Abend auf der Hochseeinsel Helgoland, wo die "Polaris" am Samstag gegen 19:00 Uhr festgemacht hat. Am Sonntagnachmittag sind alle zwar nicht bei schwerem Wetter aber wohlbehalten und bei bester Stimmung zurück in Bremerhaven angekommen.

Messe "BOOT" im Kielwasser!

Banner BOOT 2019

Nach den ersten drei aktiven und durchaus erfolgreichen Jahren hat sich „Segelpartner Nordsee“ die 50. Jubiläumsveranstaltung der „BOOT“ in Düsseldorf ausgewählt sich der Branche und einem breiteren Publikum näher vorzustellen.
Es war eine tolle Erfahrung diese neun kurzweiligen Messetage zu erleben und das durchweg positive Feedback zum Messestand und dem im allgemeinen als professionell gesehen Auftritt unseres Unternehmens haben die Mühen der Vorbereitung gebührend belohnt - Danke!
Das Ausbildung und Törn Programm 2019/2020 hat den Besuchern gefallen und es sind auch einige feste Buchungen zustande gekommen, was zudem noch ein schöne Bestätigung für uns und dem Auftritt auch der Messe gewesen ist.
Besonders angenehm haben wir auch den Umgang mit den sogenannten Wettbewerbern empfunden. Statt böser Blicke und Missgunst strömte uns eine freundschaftliche Stimmung entgegen und ganz im gegenteil, es wurden für uns als noch junges Unternehmen der Branche viele hilfreiche Tipps ausgetauscht.
Das nächste mal könnt ihr die Crew der "Polaris" dann vom 01. - 03. März 2019 auf der "Klar Schiff" in Bremerhaven an einem Messestand kennen lernen und auch dort werden wir mit dem Programm 2019/2020 präsent sein.

Erster Törn zur Kinderstube der Kegelrobben im Kielwasser!

Der erste Törn der Wintersaison 2018/2019 liegt im Kielwasser der „Polaris“ und mit drei Gästen an Bord war es ein großartiges Erlebnis den Nachwuchs der Kegelrobben auf der Düne von Helgoland zu besuchen. Zudem ist es ein besonderes Erlebnis zu dieser Jahreszeit mit einem Sportboot diese Hochseeinsel anzulaufen. Am ersten Tag lagen wir noch als einziges Boot im Südhafen der Insel. Die Hinfahrt konnte komplett und bei halbem Wind in nur sechseinhalb Stunden gesegelt werden. Nach einem erholsamen Tag im Hafen mussten wir auf dem Rückweg gegen etwas intensiveren Südwind mit Motor und Stützsegel die Heimreise antreten und brauchten aufgrund des nicht direkten Kurses achteinhalb Stunden bis Bremerhaven.
Am geplanten Tag im Südhafen wurde einiges unternommen, wie zum Beispiel die Insel zu Fuß erkundet, die Therme (Sauna) zur Erholung und natürlich mit der Dünenfähre "Witte Kliff" der Nachwuchs der Kegelrobben auf der Düne von Helgoland besucht. Nach einem erlebnisreichen Tag auf Insel & Düne hat die Schiffsführung mit zünftigem Labskaus und allem was dazu gehört das Abendessen vorbereitet, welches ein gutes Feedback der Crew erhalten hat.

"Segelpartner Nordsee" als Erfolgsgeschichte!

Am 01. Mai 2016 habe ich den Schritt getan und in Bremerhaven das Gewerbe zu meinem Unternehmen "Segelpartner Nordsee" angemeldet. Was soll ich sagen, ich bin vor der positiven Resonanz seit dem einfach überwältigt. Die "Nordsee Zeitung" aus Bremerhaven schreibt diese nun bereits über drei Saisons entstandene und weiter entstehende Lebensgeschichte als "Erfolgsgeschichte" und darüber freue ich mich sehr. Ich danke auf diesem Weg allen aktiven und aktiveren Unterstützern meines Neustarts der beruflichen Zukunft! " André Freibote"

Vorbereitung zur Klassenfahrt auf dem Wasser!

Bereits in den vergangenen zwei Jahren hat die Crew von „Segelpartner Nordsee“ die sechsten Klassen des Lloyd Gymnasiums ehrenamtlich für eine Klassenfahrt auf einem Traditionsschiff im Ijsselmeer vorbereitet. Die Heranwachsenden wurden hier in Sachen Reisevorbereitung und der Sicherheit an Bord sowohl theoretisch, wie auch an Bord der „Polaris“ praktisch für ihre Klassenfahrt vorbereitet. Auch in diesem Jahr wurden zwei sechste Klassen für Ihren gemeinsamen Törn vorbereitet und die freiwilligen Spenden der Eltern hat André Freibote wie gewohnt verdoppelt und konnte somit der Abteilung Jüngsten- und Jugendsegeln des Weser Yacht Club Bremerhaven eine Spende von 500€ übergeben. (Foto Übergabe v.l.: Finn Dordel / Jüngstenwart; André Freibote / Inhaber Segelpartner Nordsee; Michael Haacke / Jugendwart).

Nach der Saison ist vor der Saison!

Im nächsten Jahr (2019) geht es nach England, Schottland, Norwegen und Dänemark!
Regelmäßig bieten wir klassische Urlaubstörns an. Törns also, bei denen morgens erst mal in Ruhe gefrühstückt wird, die Segelei nicht bis in die Nacht hinein dauert und so mehrere (neue) Häfen kennengelernt werden können.
Aber auch anspruchsvolle Törns stehen auf dem Programm. Es geht um das pure Segeln über eine weite Distanz. Mit Schottland und Norwegen haben wir 2019 zwei ebenso anspruchsvolle wie wunderschöne Reviere im Fokus.
Von Oslo nach Kiel wird es entspannt zugehen. Der Meilentörn über die Nordsee (Edinburgh – Bergen) ist hingegen für diejenigen geeignet, die Lust auf mehrere Tage am Stück auf See haben.

Detaillierte Törnbeschreibungen folgen in Kürze.

Dän. Südsee - Limfjord - Bremerhaven

Der neunwöchige Sommertörn der „Polaris“ ging am 04. September und nach weiteren 503 Seemeilen im Kielwasser zu Ende.
Die Crew startete am 25. August in Laboe und hatte die Möglichkeit die dänische Südsee bei besten Segelbedingungen zu genießen. Auch unsere in dieser Saison neu entdeckte Insel Sejerø war wieder ein lohnender Stopp auf diesem Törn.
Am 29, August haben wir mit dem ersten Stopp in Aalborg den Linfjord erreicht und aufgrund der späteren Ankunftszeit (Brücke bis 21:00 Uhr) vor einer schönen Kulisse mitten in der Stadt festmachen können. Von Aalborg ging es weiter Richtung Westen und mit Løgstør war der zweite Hafen im Limfjord erreicht. In Løgstør sollte man sich zeit für das kleine aber um so schönere „Limfjord Museum“ nehmen, was wir auch getan haben. Mit Jegindø auf der gleichnamigen Insel habe wir unseren letzten Hafen im Limfjord erreicht und auch hier hätte man sicher mehr Zeit verbringen können. Unser geschlossenes Feedback zum Limfjord war, nur hier hätte man schon zwei kurzweilige und schöne Wochen verbringen können. Es war sehr schön dort!
Nun ging es mit einer Etappe von 189 Seemeilen und einer damit verbundenen Nachtfahrt vom westlichen Ausgang des Fjords nach Helgoland wo wir unseren Törn mit einem schönen Hafentag (Düne, Therme, usw.) abschließen konnten. Nun ging es am 04. September die letzten 48 Seemeilen von Helgoland zurück zum Heimathafen Bremerhaven und diesen Weg findet die „Polaris“ ja nun glücklicherweise auch schon ganz ohne Crew 😉.

Mit "bootsausbildung.com" von Oslo nach Laboe!

Am 04. August startete die „Polaris“ mit einer Crew bestehend aus Gästen unseres Kooperationspartners „bootsausbildung.com“ (Klaus Schlösser / Bremen) einen Törn von Oslo nach Kiel (Laboe). Schnell war klar das wir noch den einen oder anderen norwegischen Hafen sehen wollten und so ging es nach Son im Oslo Fjord, Verdens Ende am südwestlichen Ausgang des Oslo Fjords und weiter in den Larvik Fjord.
Von Larvik / Stavern aus ging es mit einer Nachtfahrt und langen Kreuzschlägen nach Skagen und nach ziemlich genau 100 Seemeilen war der Hafen dann auch erreicht. Es ging weiter durch das Kattegat über die Inseln Læsø, Anholt und Sejerø. Nach einem Besuch in Svendborg und Rudkøbing war dann am Mittwoch, den 15. August, der Zielhafen Laboe am östlichen Ausgang der Kieler Förde erreicht.
Die Crew verbrachte noch eine gemeinsame Nacht an Bord und nach einer nahezu 100% Bordverpflegung gönnte man sich ein Abschiedsessen bei einem wirklich empfehlenswerten Balkan Restaurant „Bosna“ in Laboe.
Wir haben nach einem durchweg positiven Feedback der Crew 470 Seemeilen in das Kielwasser der „Polaris“ gesegelt und die Betonung liegt hier ganz klar auf gesegelt mit sehr wenigen Motorstunden!

Bremerhaven nach Oslo liegt im Kielwasser!

Am 07. Juli startet die Segeltour gen Norden von Bremerhaven nach Oslo und 12 tolle Tage sollen vor uns liegen. Bis Esbjerg wird dann gleich stramm gesegelt; der Wind macht es möglich. Die Crew findet schnell zusammen und glänzt bei Manövern, Navigation und lebt die gute Seemannschaft auch bei den Nachtfahrten. Ab Esbjerg gleiten wir dann in 14 Stunden unter Segeln vorbei an der dänischen Westküste und können bei sommerlichen Temperaturen eine Badepause im Skagerrak einlegen. Am Mittwoch, dem 11. Juli erreichen wir Norwegen! Kristiansand ist der Ausgangspunkt, um in 7 Tagen die Westschären Norwegens zu erkunden und zu genießen. Zwei Nächte verbringen wir in absoluter Idylle an einer Schäre und eine weitere Nacht ankern wir vor der Schärenkulisse. Am Mittwoch, dem 18. Juli, erreichen wir planmäßig und durchweg zufrieden und voller neuer Eindrücke Oslo. Über Grund liegen nun 510 Seemeilen im Kielwasser der Polaris, die sich alle Crewmitglieder glücklich in ihren Meilenbüchern bestätigen lassen.

Regatta Seglen auf der "Polaris"

Die 50. Rotesand Regatta hat zum Jubiläum über 70 Yachten zum Weser Yacht Club Bremerhaven an die Weser gelockt und mit tollstem Wetter empfangen. Auch die „Polaris“ war mit einer Crew von sieben Personen inklusive des Skippers am Start und hat sich bereits zwei Tage zuvor als Team für Manöver usw. eingespielt.

Dieses Event konnte von bis zu sechs Gästen gebucht werden und war dann auch zum Start voll belegt. Was eine großartige Bestätigung gewesen ist, dass vier Gäste bereits mehrfach auf der „Polaris“ gebucht haben und ein Mitsegler aus dem letzten Jahr seiner Tochter eine Freude damit machen wollte. Wenn ein Vater seine Tochter anvertraut, gibt es wohl kein wertigeres Feedback für unser Unternehmen.

Leider wurde die Regatta nach einem aufregenden Start bei schwachen Wind am 5. Mai vor Bremerhaven gegen Mittag wegen einsetzender Flaute komplett abgebrochen. Dieses war vom Segeln her zwar sehr schade, was dem Grund des Feierns aber in keiner Weise trübte. Auf dem Gelände des Weser Yacht Clubs herrschte reges Treiben und es wurde bis zum späteren Abend im Bootsschuppen das 50. Bestehen der Rotesand Regatta gefeiert.

Im kommenden Jahr werden wir mit einem vorherigen Training wieder dabei sein und in Kürze kann dieses Event verbindlich über die Homepage gebucht werden!

Saisonauftakt 2018 - Ostern!

Auf dem Weg von der „Landratte“ zum „Salzbuckel“

Ostern 2018 – Gründonnerstag: Schnee am Morgen. Wettervorhersage für die nächsten Tage eisiger Wind aus nordost, max. 3-5°C, Nachtfrost aber immerhin kein Dauerregen…

5 Landratten, davon 2 Wiederholungstäter hatten auf frühlingshafte Temperaturen zu Ostern hoffend 4 Tage Ostersegeln auf der Polaris gebucht.
Nachdem wir am Donnerstag zunächst, die aus dem Winterlager als strahlende Schönheit zurückgekehrte Polaris gebührend bewundert, unsere Kojen bezogen, eingekauft und uns am ersten Abend gegenseitig ein wenig „beschnuppert“ hatten ging es am Karfreitag um 10:00 Uhr durch die Schleuse Richtung Helgoland.
9 Stunden konsequentes Segeln später waren wir da. Auffrischender Wind, zum Teil steile Welle von der Seite und die Kälte forderten unterwegs Tribut, aber nach Nudeln mit Sauce aus der Bordküche, Tee, trocknen warmen Klamotten und dank der wirklich hervorragend funktionierenden Bordheizung ging es allen schnell besser.
Die Nacht war unruhig. In der Mitte eines Päckchens aus 5 Schiffen bei ordentlich Wind und „Welle“ auch im Hafen, ließen Geräuschkulisse und Schiffsbewegungen uns das ein oder andere mal aufwachen und nur schwer wieder in den Schlaf finden.

Der Ostersamstag begrüßte uns mit Graupelschauern. Kaum war unser Skipper duschen, informierte uns die Crew des am Steg liegenden Schiffes darüber, dass man in 15 Minuten auslaufen wolle. Ein Großteil unserer Crew lag noch wohlig warm in der Koje…..Ja, 8:30 ist spät für Segler…..Ja, wir hätten auch ohne André ausreichend qualifizierte Crew an Bord gehabt um die Polaris notfalls zu bewegen (Andrés Gesicht wäre sicher auch sehenswert gewesen, hätte er seine Polaris von der Dusche kommend durch das Hafenbecken fahren sehen…)…..aber nein – wir haben diese ausgesprochen kurzfristige Ansage mal zum Anlass genommen lustig zu behaupten, dass wir leider absolute Eleven seien und auf unseren duschenden Skipper würden warten müssen. Die Crew der auslaufenden Yacht hat André tatsächlich unter der Dusche weg zitiert – war bestimmt ein total spontaner dringender Entschluss JETZT auslaufen zu müssen….

Nach umsortieren der Schiffe und spätem Frühstück hat sich ein Teil der Crew zu einem Inselrundgang aufgemacht, die übrigen haben ausgiebig geduscht und danach das Unterland begangen. Nachmittags die Entscheidung im Hafen zu bleiben und Kräfte für den nächsten Tag zu sammeln.
Die Bestätigung der Seenotretter vom DGzRS Kreuzer Eugen auf Norderney, dass der Yachthafen zwar noch nicht offen, ein Anlegen mit Yacht aber möglich sei, machte die Törnplanung perfekt: Ostersonntag - Norderney.
Mit viel Enthusiasmus haben wir unsere SKS Kenntnisse ausgepackt und unter Berücksichtigung von Wind, Gezeiten und Revier einen Törnplan gemacht. André hat uns freie Hand gelassen, kritisch prüfend zugehört um dann unserem Plan zu folgen, der Tide wegen um 06:00 Uhr Helgoland zu verlassen.

Wir haben einen traumhaften Segeltag erlebt. Kurz hinter Helgoland haben wir die Genua gesetzt und sind mit raumen Wind und maximaler Tiefe Richtung Verkehrstrennungsgebiet gesegelt. Zwei Halsen um das Verkehrstrennungsgebiet nicht, womöglich unter Maschine, kreuzen zu müssen, setzen des Großsegels und dann mit halbem Wind nach Norderney. 2 Stunden nach Hochwasser plangemäß unter Segeln durch Dovetief und Schluchter. Erst kurz vor der Hafeneinfahrt starten der Maschine, bergen der Genua und dichtholen des Groß. Der Yachthafen von Norderney noch im Winterschlaf.
Polaris als einzige Yacht am Steg. Irgendwie waren wir uns alle sicher, dass auch ihr dieser Tag gefallen hat und sie zufrieden und stolz ausgesehen hat, schließlich sind sie und ihr Skipper zurück in ihrem Element und haben den „Sommerseglern“ gezeigt, wie wunderbar „Eisbärsegeln“ sein kann.
Nach so einem Saisonauftakt müssen sich Rasmus, Wind und Wetter im Laufe der Saison 2018 schon sehr anstrengen um das zu toppen.

Aufgrund von Tide und Tiefgang sind wir am Ostermontag um 05:00 Uhr Richtung Bremerhaven ausgelaufen. Im Dunkeln mit vielen unbeleuchteten Tonnen aus dem Hafen um die Insel und durch die flachen Stellen des Dovetiefs – spannend, lehrreich und eine tolle Erfahrung. Danach ein traumhafter Sonnenaufgang auf See. An segeln leider nicht zu denken. Also durften „Anton“ (Steueranlage) und die „wilde Hilde“(Maschine) als schlagkräftiges Team ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen uns weitgehend selbstständig in die Weser zu bringen.

Über den Status „Seebärchen“ sind wir nicht hinausgekommen und der Weg über „Seebär“ zum „Salzbuckel“ ist sicher noch weit…... Im Namen der ganzen Crew: Vielen Dank an André und die Polaris für dieses unvergessliche Osterwochenende!
Die vielen Stunden Arbeit und die Investitionen in Ausstattung und Sicherheit der Polaris haben der sowieso schon sicheren und wunderschönen „schnittigen Französin“ ein Krönchen aufgesetzt, welches sie jetzt mit Stolz und Würde trägt.

Jana L. (April 2018)

Die "Polaris" ist im Wasser!

Update zum Saisonstart 2018!

Pünktlich zum Frühlingsanfang sprießen die Masten in den Wassersportanlagen wieder in die Höhe, so auch am 21.03.2018 auf meiner SY „Polaris“. Nach vielen Arbeiten am Mast, wie der Montage und Verkabelung einer neuen Procom-VHF-Antenne, dem Anbringen neuer Klampen, dem vorsorglichen Neu-Vernieten des Radargeräts und weiteren Wartungsarbeiten steht der Mast wieder da, wo er hingehört. Auf der „Polaris“.
Das aus Sicherheitsgründen zeitweise erforderliche Bugstrahlruder bekam eine neue Schraube und eine neue Nutzbatterie spendiert. So werden wir uns selbst bei viel Wind absoliut sicher im Hafen bewegen können.
Nun begrüßen wir am Mittwoch, 28. März, noch die Mitarbeiter der BG Verkehr zur frischen Sicherheitsabnahme an Bord der „Polaris“. Vorher werden wir noch aktuelle Ablenkungstabellen für beide Steuerkompasse erstellen. Alle Rettungsmittel sind frisch gewartet und die Gasanlage wurde mit ihren neuen Schläuchen und vorgeschriebenem Druckminderer geprüft und für gut befunden.
Radio Holland wird die Funkanlage noch mal überprüfen und so vorbereitet schauen wir der Besichtigung der SY „Polaris“ durch die BG Verkehr entspannt entgegen. Am Gründonnerstag begrüßen wir dann - mit frischem Sicherheitszeugnis der BG - die ersten Gäste für einen viertägigen Ostertörn an Bord!

Update zu den Arbeiten an der "Polaris"!

Noch drei Wochen … !

Dieser Winter steht für unsere SY „Polaris“ ganz im Zeichen der Pflege und Instandhaltung.
Nach der zweiten Saison und einer länger werdenden Aufgabenliste befindet sich „Polaris“ seit Ende November in der Halle der Bootswerft Inselmann in Bremerhaven. Es gibt eine zweigeteilte Liste. Zum Einen Dinge, die "nur" gewartet werden müssen, wie Motor, Winschen, usw. Zum Anderen Dinge, die die Sicherheit und den Komfort erhöhen sollen, wie eine Teak-Niro-Scheuerleiste, drei neue Komfort-Toiletten, Leesegel für die Kojen, usw.
Zudem haben wir es für sinnvoll erachtet, die Ruderanlage, die Welle und Schraube und weitere Teile komplett zu demontieren, um, noch völlig ohne Not, Lager, Schmierungen, usw. zu erneuern. Cockpit und Badeplattform erhalten einen komplett neuen Belag. Ich könnte noch über diverse weitere Arbeiten an der „Polaris“ schreiben, möchte damit aber nicht langweilen.
"Polaris" wird im Frühjahr noch eine frische Sicherheitsabnahme der BG Verkehr für die kommenden zwei Jahre bekommen. Auch ohne diesen bevorstehenden Termin könnt Ihr sicher sein, dass bei sicherheitsrelevanten Themen bei uns an Bord NIE gespart wird!
Bis bald an Bord der „Polaris“!

Nachtrag: Welle, Schraube, Ruderblatt, Toiletten, usw. sind wieder montiert. Nun stehen uns noch drei intensive Wochen mit den verbleibenden Arbeiten bevor. Am 19. März soll "Polaris" zurück in ihr liebstes Element, das Wasser, kommen. Den Mast wieder stellen und trimmen steht direkt nach dem Krantermin auf der to-do-Liste.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Seit dem 1. Mai 2016 gibt es nun "Segelpartner Nordsee" und wenn wir uns über eines nicht beschweren dürfen, dann ist es Euer Interesse an uns.
Die zweite Saison neigt sich dem Ende zu und wir lassen unserer treuen "Polaris" eine ordentliche Portion Zuneigung und Wellness zukommen.
Die Zusammenarbeit mit Klaus Schlösser und seinem Team von "bootsausbildung.com" in Bremen übersteigt unsere Erwartungen - vor allem im tollen Umgang aller miteinander.
Natürlich möchten wir am Ende des Tages von der Segelei leben können. Dennoch haben wir aber auch unbedingt das fast schon idealistische Ziel, möglichst viele Menschen für den Wassersport zu begeistern.
An dieser Stelle ein aufrichtiges "DANKE" an alle Kunden und Interessenten, für das bisher entgegengebrachte Vertrauen. Um auch in Zukunft Eure Sicherheit zu garantieren, gibt es bei uns keinen Winterschlaf! Im November waren wir bei einem 2,5-tägigen Sicherheitstraining der "World Sailing" (ehemals ISAF) und die Sicherheitsausrüstung unserer "Polaris" wird im Winter noch weiter optimiert.

Bleibt uns einfach treu. Wir stehen Euch auch 2018 mit hoher Professionalität zur Verfügung.

Nun bleibt mir, auch im Namen meiner Crew, nur eines zu sagen: "Genießt die hoffentlich besinnlichen Feiertage und habt einen guten Rutsch in ein gesundes Jahr 2018!"

Wir sehen uns auf dem Wasser!

Sturmtief "Herwart" und die "Polaris"

Mein Weg zur "Polaris" und somit auch zu Skipper André begann wie folgt. Nach meiner praktischen SKS-Prüfung wollte ich noch einen Törn segeln, bevor sich die Saison 2017 ihrem Ende zuneigt. Dafür sollte es ein anderes Revier als die Ostsee sein. Und zwar die Nordsee. Das war mir schnell klar.
Auch dachte ich darüber nach, den Sportseeschifferschein (SSS) ebenfalls noch zu machen. Für die entsprechende Ausbildung fand ich in Bremen mit der Segelschule bootsausbildung.com eine interessante Anlaufstelle, über die ich auch von der Segelyacht "Polaris" und ihrem Eigner und Skipper André Freibote erfuhr.
Der Infoabend für die Lehrgänge zum SSS und SHS (Sporthochseeschifferschein) fand am 26. Oktober im Büro von bootsausbildung.com in Bremen statt. Am darauffolgenden Tag startete der Helgolandtörn der "Polaris" über den Reformationstag. Das passte super!
An den Tagen vor Törnbeginn entwickelte sich ein ausgeprägteres Tief und so erwartete ich auf unserem Weg nach Helgoland ein schönes "Rodeo" auf den Wellen!

Endlich war es soweit.
27.10.2017 / 18:30 Uhr MESZ - das Boarding stand an.

Wir wurden von Skipper André begrüsst und nachdem wir vollzählig waren, im warmen Salon, kam André auch gleich auf die aktuelle Wetter-Situation zu sprechen. Er sagte klar und deutlich was uns da draußen auf der Nordsee erwarten wird und er sagte aber auch, dass das Schiff sehr robust ist.
Die Finale Entscheidung wollten wir zwar erst am nächsten Morgen treffen, aber wir alle wussten das wir raus wollten, raus auf die Nordsee!

Nachdem wir dann auch einen Grundstock an Proviant und Getränken gekauft hatten ging es umgehend zurück zum Hafen und es wurde erstmal der gesamte Proviant sturmsicher verstaut. Die Uhr zeigte dann schon 22:30 Uhr an, somit war klar das wir uns ein kleines Abendessen aus der Bordküche herrichten. So gab es für alle ein rustikales Rührei an Brot und Brötchen und einen begleitenden spanischen Rotwein. Nachdem Salon und Pantry gemeinsam auf klariert waren wurde es auch Zeit für die Koje denn wir hatten das Wecken auf 06:00 Uhr vereinbart.

Der 1. Seetag - Samstag, der 28.Oktober 2017

Alle waren schon vor dem vereinbarten Wecken wach und ruhig aber zügig ging es dann zum morgendlichen Frühsport auf den Weg zu den Bädern des Yachtclubs, während zeitgleich schon Einige mit dem Herrichten des Frühstücks begannen.
Währenddessen traf auch Skipper André ein und begann das Boot und Maschine nochmals zu kontrollieren, Sorgleinen zu überprüfen und weiteres.
Das Ablegemanöver und das Schleusen verliefen ruhig und ohne nennenswerte Zeitverzögerung und noch im Hafenbereich fuhren wir einen Aufschiesser, zogen das Gross bis zum 1. Reff und liefen dann mit Maschinenunterstützung auf die Weser aus, vorbei an der scheinbar endlos langen Columbuskaje ins Fahrwasser Richtung Wesermündung.
Der Wind bließ uns druckvoll in die Gesichter und schnell wurde uns klar das der heutige Segeltag für uns Alle sehr anspruchsvoll werden wird.
Schon im Fahrwasser wurde der Wellenschlag sehr spürbar, aber alle gewöhnten sich dran. Wir sahen wie sich die Wellen besonders vor den Sandbänken auftürmten und brachen, es waren in der Tat sehr eindrucksvolle Bilder die wir dort erleben durften.
Dann kam der Moment als Skipper André zu uns sagte: "Das da recht voraus, was ihr dort seht, das sind nicht die Alpen. Das ist Rasmuss, der mit der Nordsee spielt!".
Die Stunden vergingen und Wind und Strömung sorgten dafür, das unsere FüG (Fahrt über Grund) zusehends geringer wurde, bis uns insgeheim klar wurde das wir unser Tagesziel Helgoland heute nicht mehr erreichen werden und wir beschlossen dann auf Höhe der Tonne 9 im Fahrwasser Neue Weser eine Wende zu fahren um die Rückfahrt nach Bremerhaven anzutreten.
Nach der Wende erhöhte sich folglich unsere Geschwindigkeit zunehmend und als die Container-Terminals an der Kimm auftauchten löste sich auch etwas die innere Anspannung.
Nachdem wir die Hafenanlage erreicht hatten und auch die Schleusung dann begann freuten wir uns Allesamt über das erfolgreich Erlebte. Jeder freute sich auf eine warme Dusche und auf etwas zu Essen und zu Trinken. Für heute hatte Rasmuss klar gewonnen!

André kündigte bereits beim Abendessen an, dass es höchstwahrscheinlich für den nächsten Morgen keine Chance auf ein Auslaufen geben wird und für den kommenden Tag bei Hochwasser eine Sturmflut zu erwarten ist.
Die Nacht zum Sonntag war dann auch selbst im sicheren Hafen, geprägt durch die Sturmböen, recht unruhig.
So war es dann auch und wir hatten somit den Sonntag als Hafentag zur freien Verfügung.
Am Deich sahen wir dann auch die deutlichen Spuren des Wasserstandes während der Nacht zuvor und wir lasen im Internet den Wetterbericht des DWD, aus dem wir erfuhren das wir uns am Samstag mit Sturmtief HERWART "angelegt" hatten.
Am späten Nachmittag trafen wir uns alle auf der POLARIS wieder um dann gemeinsam unser Abendessen zu Kochen und auch an diesem denkwürdigen Sonntag ging es wieder recht zeitig in die Kojen, denn wir hatten beschlossen am nächsten Morgen das Wecken auf 05:00 Uhr festzulegen um möglichst früh aus der Schleuse auf die Weser zu kommen.

Der 2. Seetag - Montag,der 30.Oktober 2017

Alle waren pünktlich um 05:00 Uhr auf und es folgte das morgendliche Procedere, was sich als Bord-Routine wohl sehr gut umschreiben lässt . Ruhig und geordnet verliefen die üblichen Handlungsketten wie Waschen, Frühstücken, klarieren,
Ölzeug und Sicherheitsausrüstung anlegen und einen vorerst letzten Schluck Kaffee.
Aus der Schleuse heraus fuhren wir auf eine auffallend ruhige Weser, nahezu spiegelglatt.
Wieder kam es anders und als wir uns der Wesermündung näherten wurde es zunehmend unruhiger.
Wir kreuzten uns in Richtung LT ROTER SAND und darüber hinaus. Ein "Zurück" gab es für heute absolut nicht, wir wollten durchsegeln nach Helgoland. Die Stunden vergingen und am Nachmittag hieß es dann endlich ...HELGOLAND IN SICHT..., was aber noch längst nicht bedeutete das wir nun bald im Süd-Hafen sind. So gegen 18:00 Uhr war es dann aber soweit und wir kamen im Hafen an, machten fest. Euphorisch war keiner, wir alle waren erstmal froh gut angekommen zu sein und auch etwas "geschafft", aber dennoch innerlich sehr zufrieden.
An diesem Abend saßen wir etwas länger zusammen denn wir wussten das wir am nächsten Morgen etwas länger schlafen können und uns wurde klar, dass unser "Abenteuer Nordsee" unter sehr aktiver Teilnahme von Sturmtief HERWART sich am nächsten Abend mit dem Anlegen in Bremerhaven seinem Ende neigte.

Der 3.Seetag - Dienstag, der 31.Oktober 2017

Nach einem langen und erholsamen Schlaf, haben wir sieben gut gefrühstückt und sind dann los, einmal schnell auf das Oberland von Helgoland um ein paar tolle Bilder mit diesem Panorama der Felsen zu machen.
Während wir auf dem Oberland unsere Köpfe in den Wind legten war Skipper André zum Hafenmeister und hat unsere Meilen-Bücher alle mitgenommen für den begehrten "Helgoland-Stempel".
Wieder vollzählig auf der POLARIS versammelt, verlief die übliche Bord-Routine.
Wir Segelten bei gutem Wind und Dünung Richtung WP1 LT ROTER SAND hinein in die Wesermündung.
Mir wurde zum Ende des Törns nochmal die Freude gemacht das Ruder zu übernehmen und bei einsetzender Dämmerung vorbei an den Sänden, Kardinal Linien, Reede-Tonnen rein ins Fahrwasser und immer entlang des befeuerten Weges.
Der Wind nahm weiter ab, die See war nahezu glatt und wir liefen konstant bei 5-6 Knoten Richtung Hafen. Während der Fahrt würde von allen gehörig Ausguck gehalten, was dem Rudergänger sehr geholfen hat.
Im Hafen vor der Schleuse angekommen, mussten wir noch etwas warten bis das in der Schleuse befindliche Schiff ausgeschleust hatte. Wir fuhren ein, machten fest und warteten auf die eigentliche Schleusung.
Währenddessen blieb uns Zeit für ein erstes Fazit., welches unisono lautete: "Klasse - das war ein (Wetter)-Törn der Seinesgleichen sucht und wir waren dabei!!! "Helgoland-Reformationstag-Törn-2017" WE DIT IT.

Es folgte das abschließende Anlegemanöver im Weser Yacht Club Bremerhaven.
Die persönliche Ausrüstung zusammen packen und die POLARIS noch etwas klarieren und mich beschlich das leise Gefühl, alle drückten sich ein wenig vor dem, was unweigerlich kommen musste - ABSCHIED nehmen!
Ohne viele Worte machten wir es kurz, mit der Gewissheit, dass wir sowohl via Email als auch mit unserer WhatsApp Gruppe in Kontakt bleiben werden.
Schon jetzt zeichnet sich ab, das wir in 2018 einen weiteren Törn auf der POLARIS machen werden!

Abschliessend erlaube ich mir an dieser Stelle im Namen der ganzen Crew meinen tiefempfundenen Dank an unseren Skipper André Freibote auszusprechen der mit seiner SY POLARIS in der Kombination Erfahrung und Kompetenz auf einer sehr soliden Yacht, immer genau die richtige Menge an Sicherheit vermittelt, die eine Crew, die zuvor nie zusammen gesegelt ist braucht, um auch ein Sturmtief wie HERWART erfolgreich zu meistern.

Aribert K. (Oktober 2017)

Helgoland 3. Oktober 2017

Einmal Helgoland und zurück...

…oder, wie nutzt man das verlängerte Wochenende mit Brückentag bis zum 03.10.2017 am besten?

Getroffen haben wir uns am Abend des 29.09. in Bremerhaven, eine bunt zusammengewürfelte Crew – einige „Wiederholungstäter“ auf der Polaris – andere zum ersten Mal dabei und z.T. sogar das erste Mal auf einer Segelyacht.
Die Polaris und auch Skipper André und Co-Skipper Ernst haben uns herzlich begrüßt und aufgenommen.
Nach Kojenverteilung, Einkauf, Kartoffelsuppe und einem netten gemeinsamen Abend sicher vertäut am Stammliegeplatz der Polaris in Bremerhaven kannten sich alle Beteiligten schon ein wenig, sodass es am nächsten Vormittag, entspannt Richtung Helgoland ging.

Leider war der Wind auf der Hinfahrt nicht auf unserer Seite – es gab schlicht keinen Wind. Wie sich herausstellte: Die Ruhe vor dem Sturm!

Beim Rudergehen unter Motor haben wir alle unsere ersten Erfahrungen mit der Polaris machen dürfen und uns gleichzeitig die Leuchtfeuer und Tonnen welche jedem SKS’ler aus der Übungskarte bekannt sind mal in der Realität angesehen.
Auf Helgoland angekommen hatten wir immer noch kaum Wind, dafür aber Regen vom Feinsten. Als alle bis auf die Knochen nass gewesen sind, ist es gut gewesen, dass die Polaris über einen Trockenraum für Segelkleidung verfügt!

Den 01.10. haben wir genutzt, um uns die Insel mal von allen Seiten genau anzusehen. Einmal rund Helgoland. Strahlender Sonnenschein und guter auffrischender Wind, aber (noch) wenig Welle haben uns begleitet. Die erste Wende war deutlich hakelig. Wende Nummer zwei und drei unter der guten Anleitung von André schon wesentlich „runder“. Ein wundervoller Segel Tag!

Nachmittags und nachts frischte der Wind immer mehr auf. Den 02.10. haben wir im Hafen verbracht. Angesichts des in den Wanten singenden Sturms, der über die Hafenmolen überkommenden Gischt und des Naturschauspiels welches sich uns beim Blick von der Insel bot, war uns nicht wirklich nach einem Abenteuer zumute. Jeder hat den Tag nach Lust und Laune verbracht: Hoch zum Oberland, rüber zur Düne mit der Fähre, Shoppen oder einfach chillen und lesen. Die Polaris als fester Treffpunkt im Hafen, an dem sich alle irgendwie immer wieder trafen um Erlebtes auszutauschen und neue Pläne zu schmieden.

Nach einem relativ frühen Abendessen in der Bunten Kuh sind alle recht früh in der Koje gewesen – am 03.10. sollte es schon um sechs Uhr losgehen um mit günstiger Tide wieder in Bremerhaven anzukommen.
Eigentlich war ein abflauen des Windes vorhergesagt. Alle die nachts wach wurden, bekamen mit, dass der Wind eher nochmals „aufdrehte“.

Hatte uns Polaris in den Nächten davor in den Schlaf gewiegt, lag sie jetzt relativ ruhig. Der Wind hatte gedreht. Die Anspannung früh am nächsten Morgen war spürbar. Wir Crew wussten nicht was uns „da draußen“ erwarten würde. André versprach uns seit Sonntag ein absolut geiles Segelerlebnis – wir waren uns da irgendwie nicht so sicher. 5m Welle und Windstärke – nun ja „eine sehr ausgeprägte vier“. Immerhin hatte der Wind im Vergleich zum Vortag tatsächlich etwas nachgelassen, oder??

In vollen Ölzeug mit Schwimmweste und Lifeline standen wir da. Keiner hatte richtig gefrühstückt, alle waren noch nicht so ganz wach – am Vortag waren Strecken gespannt worden, Sicherungsgurte zum einpicken der Lifelines um zu verhindern, dass jemand über Bord geht. André und Ernst gaben Sicherheit mit Ruhe, guter Vorbereitung und verständlichen ausführlichen Anweisungen.

So haben wir im Vorhafen von Helgoland die Genua gesetzt und sind ausgelaufen. Es war noch beinahe dunkel. Die vom Segellicht beleuchtete Genua vor dem schwarz und dunkelblau des Himmels. Hinter uns die Lichter der Insel. Backbord das erste graue Morgenlicht und um uns die im Zwielicht schimmernde See, wie flüssiges Platin – Einfach nur schön!!!
Ja, wir hatten kräftigen Wind und ja, die Wellen waren nicht klein. „Rauschefahrt“ in knapp 5 Stunden nach Bremerhaven. Bald war allen klar, dass wir alle das schaffen, allen ging es gut, keinem wurde schlecht. Wir haben uns jederzeit absolut sicher gefühlt. Irgendwie schien es, als habe auch die Polaris Spaß am Ritt über die Wellen!

Wir hatten das von André vorhergesagte „geile“ Segelerlebnis! Ich werde den Zauber der Stimmung besonders in den ersten Stunden dieses Segeltages nie vergessen.

Jana L. (Oktober 2017)

Segeltörn Bremerhaven – Helgoland – Cuxhaven – Bremerhaven

Ein viertägiger Segeltörn auf der Nordsee Anfang August – ein Geburtstagsgeschenk meines Bruders. Unsere Crew besteht aus bunt zusammengewürfelten Teilen der Familie, insgesamt sechs Personen plus Skipper André Freibote. Hier mein persönliches Logbuch:

Tag 0:
Einschiffung der Crew gegen 16:00 Uhr auf der „Polaris“, einer schönen französischen Beneteau mit 47 Fuß Länge, vier Doppelkabinen und einem großen Salon. Alles sehr
komfortabel und solide. André erklärt uns das Boot und wir lernen gleich seine unkomplizierte Art kennen: „Das Boot gehört Euch, wählt Eure Kammern aus. Ich nehme die, die übrigbleibt.“ Wir räumen unser Gepäck ein, bunkern den Proviant und freuen uns, dass wir lange schlafen können, denn die Ansage ist: „Wir schleusen morgen um 11:00 Uhr und fahren mit dem ablaufenden Wasser aus der Weser raus in die Nordsee.“

Tag 1:
Wir alle haben schon Segelerfahrung, bis auf meine Schwägerin, die das erste Mal auf einem Boot ist. Und genau sie wird von André ans Steuer gestellt. Er lässt sie ablegen und durch die Schleuse fahren; natürlich ist sie aufgeregt, aber unter seiner ruhigen und humorvollen Anleitung meistert sie alle Manöver und führt uns sicher auf die Weser. Und genau das ist seine Philosophie, die er den ganzen Törn über konsequent beibehält: Wir steuern und bedienen Großsegel und Genua. André greift nur ein, wenn es nötig ist, sagt den Kurs an, erklärt Boot, Wetter, Wind, Strömung, Gezeiten, Trimmung, passt auf, dass wir richtig abfallen oder anluven. Er beantwortet geduldig alle Fragen und sorgt quasi als Back-up dafür, dass alles gut geht.
Eigentlich war für unseren ersten Tag gutes Wetter und westlicher Wind Stärke 3 bis 4 vorausgesagt – also alles ideal. Aber das Wetter hält sich nicht daran: Der Himmel bedeckt sich, es regnet zwischendurch und der Wind bringt es auf 6 Beaufort, mit Böen bis 8. Entsprechend wird die Überfahrt. Schon auf der Außenweser geht es über „Kopfsteinpflaster“, wie André zu sagen pflegt. Aber draußen auf der Nordsee geht es erst richtig los: starke Krängung, die Gischt schlägt über Deck und macht uns alle nass. Ich frage mich, ob es wirklich schlau war, bei dem Wetter rauszufahren. Aber André verbreitet Ruhe und Gelassenheit, gibt klare Kommandos, macht Witze. Meine Bedenken verfliegen und wir alle genießen das Kopfsteinpflaster – fast alle, denn leider wird ein Crew-Mitglied seekrank. Nach knapp sieben Stunden sind wir im Südhafen von Helgoland und froh, fest vertäut und windgeschützt zu liegen. Mit dem Einlaufbier verleiht André uns allen das Prädikat „seefest“.

Tag 2:
Der Wind ist noch stärker geworden. Eigentlich hatten wir geplant, zum Offshore-Windpark nordöstlich von Helgoland und wieder zurück zu segeln – das würde insgesamt rund 7 bis 8 Stunden dauern. Doch mit Rücksicht auf unser von Seekrankheit bedrohtes Crew-Mitglied beschließen wir einen Törn rund Helgoland, der etwa 3 bis 4 Stunden dauert. André äußert sich anerkennend über unseren Mut. Kaum haben wir den Hafen verlassen, wissen wir auch warum: Noch stärkerer Wind und noch höhere Wellen als am Tag zuvor. Wieder kommt uns Andrés humorvolle und ruhige Art zugute. Selbst bei einem völlig missglückten Reff-Manöver im Starkwind, bei dem wir übersehen, dass das Fall völlig vertüdelt ist, bleibt er gelassen. „Es ist überhaupt nichts passiert. Wir machen das jetzt ganz in Ruhe alles noch mal.“

Tag 3:
Wir beschließen, als nächstes nach Cuxhaven zu segeln, dort zu übernachten und am übernächsten Tag zurück nach Bremerhaven zu segeln. Bei der Planung wird mir klar, dass sich André die Seekarte der Deutschen Bucht tatsächlich als Chip ins Gehirn hat implantieren lassen, wie er immer sagt. Wie ein Computer spuckt er seine Berechnungen zu Gezeiten, Strömungen, Wind, Entfernungen, Kursen innerhalb kürzester Zeit aus. Der Wind hat nachgelassen, der Törn wird ruhiger. Aber Überraschung: Nach etwa einer Stunde sehen wir eine Windhose, die auf uns zukommt. Ein tolles Phänomen: Wir sind so nah, dass wir sogar sehen, wie das Meerwasser hochgewirbelt wird. Das ist das einzige Mal, dass wir André aufgeregt sehen – aber nicht aus Angst, sondern aus Freude, ein solches Naturereignis zu sehen.
Wir kommen zur vorausgesagten Zeit in Cuxhaven an. Ich stehe am Ruder und möchte mich am liebsten vor dem Anlege-Manöver in diesem engen Hafen drücken. Aber André lässt mich nicht. Seine ruhigen und witzigen Kommandos führen mich und damit das Boot sauber an den Ponton. Wir hängen zügig die Fender an die richtigen Stellen. „Hausfrauenverzweiflungsknoten“ nennt er meinen Webleinstek, den ich eigentlich ganz korrekt fand.

Tag 4:
Andrés implantierter Chip hat errechnet, dass wir leider morgens um 5 Uhr auslaufen müssen, damit wir mit dem ablaufenden Wasser aus der Elbe wieder in den Nordsee kommen. Das heißt: 4 Uhr Wecken – schlimm! Aber an Deck versöhnt mich die herrliche Morgenluft und ein wunderschöner Sonnenaufgang mit der kurzen Nacht. Wir haben den Wind genau von vorne und müssen daher bis weit hinter Neuwerk motoren. Ich stehe am Ruder und genieße es, das Boot durch die kabbelige See zu führen. Schon bald sehen wir den Leuchtturm Alte Weser. André führt uns sicher durch die Sände, die wir mit "Polaris´"Tiefgang von 2,10 tunlichst meiden sollten. Mit auflaufendem Wasser und halbem Wind fahren wir die Außenweser hoch und erreichen exakt zur von André berechneten Zeit die Doppelschleuse in Bremerhaven. Diesmal lässt er unser jüngstes Crew-Mitglied, meinen 14-jährigen Neffen, das Boot durch die Schleuse führen und dann im Yachthafen anlegen. Natürlich macht auch er das super.

Vielen Dank meinem Bruder und unserem Skipper für diesen Törn. Wir haben viel erlebt, viel gelernt und viel gelacht.

H. F. Meyer (August 2017)

Rund Skagen 2017

Was für eine Idee von mir bescheidenen Segelanfängerin. Ich wollte meinen ersten „richtigen“ Törn segeln. „Langstreckentörn“? Da das Wort für mich noch keine Bedeutung hatte, dachte ich nicht darüber nach. Leichtsinnig? Nein, eine tolle Sache.

Als „Nordseeliebhaberin“ bin ich auf der Suche nach einem Törn schnell bei „Segelpartner Nordsee“ gelandet. Der Hinweis, dass neben dem Skipper André Freibote auch ein Co-Skipper an Bord sein würde, fand ich sehr vertrauenserweckend. Schnell war der Törn gebucht.

Die Gästecrew reiste schon am 20. Juli 2017 an. Das ausgesprochen nette Angebot, vor dem ersten Auslaufen schon auf der "Polaris" zu übernachten, nahmen alle gerne an. Wir konnten uns also schon kennenlernen und an Bord einrichten. Da nun ohnehin schon alle da waren, schlug André eine "kleine" Planänderung vor: Sicherheitseinweisung und Provianteinkauf gleich heute Abend noch und statt mit dem Ablegen bis zum morgigen Mittag zu warten, doch lieber um 2.00 Uhr nachts auslaufen und die günstige Tide nutzen. Der Vorschlag wurde von allen freudig angenommen. Was für eine aufregende Idee, nachts zu starten und über die Nordsee zu schippern. Naja, es folgte schnell meine erste persönliche Erfahrung. Ich bin nicht so dafür geeignet, im Dunkeln loszufahren!!! Mann, war mir schlecht!!!

Am nächsten Morgen begrüßte uns ein sonniges Helgoland und André hat uns einen ruhigen und entspannten Tag auf der Insel gegönnt. Am Samstag, 22. Juli 2017, ging es dann weiter. Bei grauem Nordseewetter mit recht ruhiger See und gutem Wind sind wir mit Halbwindkurs Richtung Norden gestartet. 165 Seemeilen bis Thyborön. Toll! Toll! Toll! 25 Stunden sind wir durchgesegelt. Für mich war es das erste Mal, mich über so lange Zeit auf einem Boot mit ordentlich Krängung zu bewegen. Eine sportliche Erfahrung. Mit so einem Boot über das weite offene Meer zu fahren, mag man entweder oder eben nicht. Ich fand es einfach toll!

Die Crew hat sich schnell zusammengefunden. Wir fanden unseren eigenen Rhythmus fürs Steuern, Ausruhen, Kochen und den wärmenden Kaffee oder Tee zwischendurch. Wir freundeten uns schnell an. Die Stimmung wurde locker und entspannt. Die Fähigkeiten der Einzelnen wurden André schnell deutlich. Er hatte ein feines Gespür dafür, jeden einzelnen zu fördern oder mal etwas abgekämpft in Ruhe zu lassen. Tagsüber steuert immer derjenige, der gerade am meisten Lust dazu hatte. Für die Nächte wurden die Nachtwachen festgelegt. Eine Wache bestand jeweils aus einem Mitsegler und Skipper oder Co-Skipper. Mich beeindruckte, dass die jeweiligen Wachgänger sogar namentlich ins Logbuch eingetragen wurden. Das Miteinander hat sehr schnell viel Freude gemacht und ich denke ich spreche für alle: Wir waren eine tolle Crew!

In Thyborön sind wir am nächsten Morgen bei Nieselwetter eingelaufen und hatten wieder einen Tag Erholung im Hafen.

Diesen Rhythmus haben wir im weiteren Verlauf beibehalten. Morgens los, die Nacht durch und dann einen halben oder ganzen Tag im Hafen plus eine Nacht zur Erholung.
Die Skagen Nordtonne haben wir erfolgreich umrundet und während unserer Liegezeit in Skagen genossen wir ein „all you can eat“-Fischbuffet. Der nächste Stopp war Ballen auf Samsö. Eine hübsche Insel mit Badestrand neben dem Yachthafen. Und dann Brunsbüttel, mit der vorherigen Durchquerung des Nord-Ostsee-Kanals. Unser letzter Tag die Elbe hinaus auf die Nordsee war noch mal ein wunderbarer Segeltag, den wir alle ausgiebig genossen haben. Mit einem Paukenschlag haben wir dann vor Bremerhaven unsere Kurslinie gekreuzt. Eine dicke schwarze Regenwolke hat uns mit einem Regenguss und heftigen Böen als gestandene Seeleute begrüßt.

Hinter uns lagen vier durchsegelte Nächte plus das Auslaufen von Bremerhaven in der Nacht. Das Wetter und die See waren uns sehr wohlgesonnen. Es gab Sonne und Regen. Mehr Wind und weniger Wind. Sogar einen Tag Flaute bei strahlendem Sonnenschein. Da sind wir dann mit Motor über die Ostsee. Mit Badestopp mitten im Meer, auf 57° 13,0' N 10° 43,5´ E, cool! Abends „Dinner“ an Deck - haben eigentlich nur die Kerzen gefehlt. Die raueren Momente haben wir ebenso hervorragend gemeistert.

André Freibote ist ein absolut vertrauenswürdiger Skipper. Es war deutlich, dass er bei allem Spaß, den wir hatten, immer das Boot, das Wasser, das Wetter und seine Gäste im Blick hatte. Er ist sehr feinsinnig mit unseren Fähigkeiten wie auch mit unserem Befinden umgegangen. Als Segelanfängerin konnte ich mich nach meinen Fähigkeiten einbringen. Die erfahreneren Mitsegler beschäftigten sich auch mal mit anspruchsvollerer Navigation oder fachsimpelten mit André über knifflige Manöver.

Ich bin mir sicher, dass ich im Namen aller Mitsegler spreche, wenn ich nochmal ein herzliches Dankeschön an André ausspreche. Das war ein toller Törn!
Ein besonderes Dankeschön auch an unseren Co-Skipper Frank, der "nebenbei" auch immer so hervorragend unser leibliches Wohl im Auge hatte!

Ahoi und bis zum nächsten Mal.

C. Kunckel (Juli 2017)

Mittsommer 2017 nach Oslo (Nordsee)

Bremerhaven – Oslo vom 17. bis 24. Juni 2017

Am Freitagabend trudelte die bunt gemischte Crew auf der „Polaris“ ein. Nach einem abendlichen Großeinkauf (vier Leute, zwei volle Einkaufswagen und das Andreas-Mobil = eine echte Herausforderung) folgte die erste Eingewöhnungsnacht an Bord. Am Samstagmorgen segelten wir für einen kurzen Zwischenstopp nach Helgoland: mit gemeinsamen Essen beim örtlichen Italiener, Erkundungstour durchs Unterland, Planung der nächsten Etappe. Gegen 22 Uhr Auslaufen in Richtung Norddänemark. Dort wollten wir am nächsten Abend bzw. in der folgenden Nacht ankommen. Die erste Wache übernahm unser Co-Skipper André zusammen mit Andreas, Ina und mir, Tobi. Eine sehr spannende wie auch ungewohnte Erfahrung. Wir erlebten einen herrlichen Sonnenuntergang, während wir uns von Helgoland entfernten, und passierten nachts den beeindruckend großen Windpark nördlich von Helgoland. Das Arbeitswochen-Schlafdefizit machte sich zunächst bei Ina, dann auch bei mir bemerkbar. Glücklicherweise entließ uns der wachhabende Herr „Müdigkeitsresistenz-und-sonst-powernappe-ich-halt-zehn-Sekunden“-Freibote ganz cool in die Koje.

Der nächste Morgen begann für mich mit wilden Sprüngen in der Koje im stampfenden Bug. Nach einem Frühstück auf Umwegen informierte uns Skipper Stefan, dass der Wind am nächsten Tag im zu querenden Skagerrak zunehmen und damit für unruhigere See sorgen würde. Diplomatisch vermittelte er der Crew, ohne Zwischenstopp in Dänemark direkt nach Norwegen zu segeln. Mit einer weiteren Nacht auf See würden wir die Küste vor der hackigen See erreichen. Also ließen wir Dänemark rechts liegen. Dank erholsamen Tagschlafs hielt ich die zweite Nachtwache deutlich besser durch. Sie bot eine Super-Gelegenheit, sich mit den Lichter-Kennungen entlang der dänischen Küste zu beschäftigen.

Am Montagnachmittag kam die norwegische Felsküste in Sicht: ein absolut imposanter, wunderschöner Anblick. Bei der Ansteuerung von Arendal bekamen wir noch etwas vom angekündigten stärkeren Wind und der unruhigen See mit, was für zwei Stunden großen Segelspaß bot. Nach 44 Stunden auf dem Wasser waren wir dann aber doch froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Nach dem gemeinsamen Abendessen an Bord wurde Arendal erkunden. Den Abend ließen wir gemütlich mit der Törnplanung für den nächsten Tag ausklingen. Nachdem wir bereits knapp die Hälfte der 500 Seemeilen bis Oslo hinter uns gelassen hatten, konnte es jetzt ganz entspannt weitergehen.

Dementsprechend starteten wir am Dienstag erst um 13 Uhr gemütlich in Richtung Risør. Wir verließen Arendal durch den sich ostwärts erstreckenden Sund. In der wunderschönen Landschaft entdeckte jeder von uns mindestens ein Traumhaus für sich. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass jeder Norweger in einem Haus an der Küste wohnt. Wieder im Skagerrak tingelten wir mit recht wenig Wind (teilweise unter Motor) an der Küste entlang. Gegen aufkommende Langeweile verpassten Stefan und André uns einen Crashkurs in der hohen Kunst der Astronavigation mit dem bordeigenen Sextant. Gegen 17 Uhr erreichten wir Risør, ein knuffiges Örtchen mit einem weiß gestrichenen, hochgelegenen Felsen als Wahrzeichen. Der Anstieg wurde mit einer tollen Aussicht über den gemütlichen Sportboothafen belohnt, der im Schutz einiger vorgelagerter Felsen vor dem offenen Skagerrak liegt.

Am 21. Juni warfen wir schon um 6 Uhr am Morgen die Leinen los. Wiederrum bei wenig Wind fuhren wir weiter nach Larvik, der mit 44.000 Einwohnern bisher größten Stadt auf unserem Törn.
An dieser Stelle möchte ich sinngemäß Co-Skipper André Freibote zitieren, der mit seinen regelmäßigen kreativen Ergüssen versuchte, die temporäre Stimmung an Bord einzufangen: „Liebes Tagebuch, heute ist es irgendwie langweilig. Kein Wind. Doof. Und die Crew kommt auch nicht aus dem Quark. Mann, Mann, Mann! Naja, da kann man wohl nichts machen.“
Nachdem wir unterwegs auf eindringlichen Wunsch von André unseren Bockwurstvorrat geplündert hatten, machten wir gegen 12 Uhr im kleinen Sportboothafen von Larvik fest. Das Seefahrtsmuseum, dessen Colin Archer Abteilung wir uns anschauen wollten, hatte leider geschlossen. Also erkundeten wir die Umgebung, wobei wir direkt am Meer ein tolles in den Felsen gehauenes Naturfreibad entdeckten. Nach ein paar Stunden verließen wir den Hafen (kein Gästehafen) und segelten kreuzenderweise (tatsächlich mit guten Wind) wieder aus der Bucht von Larvik heraus zum schön gelegenen Sportboothafen von Stavern. Wenige freie Liegeplätze, teils geringe Wassertiefen und der inzwischen böige starke Wind erforderten mehrere Anläufe, bis wir sicher am Steg lagen.

Die vorletzte Etappe vor Oslo führte uns am Donnerstag zum wunderschönen Ort Son. Der Wind war abermals schwach. Einige Stunden lang versuchten wir, unter Genua vorm Wind nach Norden in den Oslofjord zu kommen. Als wir dann doch eher dümpelten, als uns noch vorwärts zu bewegen, stiegen wir auf den Motor um. Den landschaftlichen Reiz des Oslofjords schmälerte das kaum. Die felsigen Ufer sind in mehreren Ebenen mit Hütten und Häusern übersät, nahezu überall mit privaten Anlegestellen und Badestegen. In der Mitte des Fjords passiert man diverse kleine meistens bewohnte Felsinseln. Erschreckend war allerdings die gelbe Abgaswolke, die die Color-Line-Fähre Kilometer lang hinter sich herzog.

In einer an der Ostseite des Oslofjords gelegenen Bucht erreichten wir Son. Für mich der schönste Hafen unserer Reise. Eine unheimliche Ruhe, ein sehr schöner Museumshafen, der wahrscheinlich besonders Stefans Traditionsschifferherz höher schlagen ließ, eine große Naturbadeanstalt mit Sprungturm direkt am steil abfallenden felsigen Ufer, einem Badesteg auf dem Wasser und diversen Liegemöglichkeiten (nicht am Strand, sondern auf den riesigen Felsen). Mich persönlich hat der Ort Son nachhaltig beeindruckt und ich halte es für lohnenswert, hier mal ein paar Hafentage mehr einzulegen.

Ein Highlight für die Crew möchte ich hier noch erwähnen. Bei dem schon sehr essenslastigen Törn war dies wohl eines der sportlichsten Ereignisse. Bei der Einfahrt in den Hafen von Son wurde jeder, der wollte, im Bootsmannsstuhl in den Mast hinaufgewinscht. Da oben war alles in Ordnung ;-). Ein tolles Erlebnis mit einer wahnsinnigen Aussicht.

Am Freitag ab 9 Uhr starteten wir zur letzten kurzen Etappe nach Oslo. Abermals sorgte der kaum spürbare Wind für eine sehr gemütliche Fahrt, bei der wir den tollen Fjord in Ruhe auf uns wirken lassen konnten. Nach einem Tankstopp legten wir in der Aker Brygge Marina in Sichtweite des Rathauses an – beim ersten Regenguss des gesamten Törns. Nach gemütlichem Kaffee und Keksen erkundeten wir die Stadt. Das gemeinsame Abendessen zum Törnabschluss gab es bei „Peppes Pizza".

Wichtige Anmerkung: Im Supermarkt darf man an Wochentagen nach 20 Uhr keinen Alkohol mehr kaufen, selbst wenn man ihn bereits aus dem Regal genommen und zur Kasse getragen hat. Wir haben es trotzdem geschafft, zumindest noch ein Mal auf einen tollen, gelungenen Törn anzustoßen.

Am Samstagmorgen räumten fünf von uns ihre Kojen und verließen – ein wenig wehmütig – die „Polaris“. Andreas blieb und segelte mit Stefan und André sowie vier neuen Gästen wieder zurück nach Bremerhaven. Ich weiß aus sicherer Quelle, dass auch der Rücktörn über die Nordsee gut verlief. Die zweite Crew bekam sogar einen dänischen Hafen zu sehen.

Mein Fazit: Ein Segeltörn über Mittsommer (so richtig dunkel wird es nie) in Richtung Norden ist unbedingt empfehlenswert. Ebenso möchte ich jedem unser Skipper-Co-Skipper-Gespann ans Herz legen. Der Törn mit den beiden war ebenso spaßig wie lehrreich. Einzeln sind beide auch ganz passable Persönlichkeiten ;-)). Auf ein baldiges Wiedersehen!

Tobi H. (Juni 2017)

Helgoland - 28.4.-1.5.2017

Bereits Freitagabend haben wir auf der Polaris eingecheckt, um Skipper, Boot und uns Gäste gegenseitig kennenzulernen und den geplanten Törn zu besprechen. Skipper André klinkte sich daraufhin aus, um die Reste einer Erkältung noch ein wenig auszukurieren, bevor es dann am nächsten Morgen um 5:40 hieß "Leinen los!".
Auf der Fahrt nach Helgoland hatten wir dann den Wind leider fast nur von vorn, so dass wir die Maschine lange mitlaufen lassen mussten. Dennoch blieb auch Zeit zum Segeln, und abgesehen von einem kleinen Schauer meinte es das Wetter auch ansonsten recht gut mit uns.
Auf Helgoland angekommen blieb noch reichlich Zeit, sich auf der Insel die Beine zu vertreten und das schöne Wetter zu genießen. Abends gab's leckeren Fisch im "Aquarium" und im Anschluss dann Eiergrog für alle Helgoland-Neulinge, den der Rest aus Sympathie mittrank. So fand ein schöner Tag schließlich sein Ende.

Am Sonntag, unserem ganzen Tag bei der Insel, sind wir dann um Helgoland gesegelt. Bei viel Sonne und Wind (5-6 Bft). Was für ein tolles Segelerlebnis mit immer wieder neuen Blicken auf Helgoland und diversen Segelmanövern, bei denen man dann doch merkte, dass die Crew sich grad erst kennengelernt hat und über sehr unterschiedliche Segelvorkenntnisse verfügte. Aber die "Polaris" ist ja schließlich auch ein Ausbildungsboot!
Im Hafen genoss jeder dann auf seine Weise das schöne Wetter, entweder gemütlich bei Klönschnack und Bier an Bord oder auf der Insel.
Abends gab's dann bei "Bruns Pizza & Pasta" sehr leckere Pizzen (z.B. Knieperpizza!). Anschließend haben wir den Abend wieder gemütlich an Bord ausklingen lassen.

Montag, am Tag der Arbeit, sind wir dann pünktlich um 11:00 Uhr ausgelaufen, um mit der Tide nach Bremerhaven zurückzufahren. Leider hatte der Wind inzwischen gedreht, so dass wir auch auf dieser Strecke viel mit Maschine fahren mussten.
In Bremerhaven angekommen trennten sich nach einem letzten gemeinsamen Getränk an Bord der "Polaris" dann auch unsere Wege wieder.

Für mich persönlich war das, von einigen Sundowner-Katamaran-Spazierfahrten abgesehen, der erste richtige Segeltörn. Etwas mulmig war mir doch beim Gedanken an die berüchtigte, aufgewühlte Nordsee, die für mich ungewohnte Enge an Bord usw. anfangs schon. Das hat sich ziemlich schnell geändert, als ich merkte, dass ich wohl nicht die Fische füttern würde. So konnte ich das Erlebnis, auf das ich mich im Vorfeld schon so lange gefreut habe, voll genießen. Die "Polaris" ist außerdem ein schönes, geräumiges und gepflegtes Schiff. Die gesamte Crew samt Skipper hat sich prima verstanden und Spaß gehabt. Es wurde viel gelacht, was nicht zuletzt mit Andrés schönem Sinn für Humor zusammenhing ("Schweizer Hochseeschein" ;-).
Das war bestimmt nicht mein letzter Besuch an Bord der Polaris! Danke für das tolle Erlebnis!

Martin M. (Mai 2017)

Reisetörn: Weser, Jade und Helgoland

Wer für die SKS Prüfung gelernt hat, kennt die Deutsche Bucht – die wichtigsten Bojen, Leuchttürme, Verkehrstrennungsgebiete und Häfen – allerdings nur in der Theorie. Zu viert hatten wir uns vorgenommen, die Nordsee auch „im Original“ kennenzulernen. Mit nur wenig Chartererfahrung auf dem Mittelmeer und großen Bedenken wegen Tide, viel Wind und Welle sind wir Anfang April für „sechs Tage Nordsee-Training mit André Freibote“ nach Bremerhaven gefahren. Wind von 6-7, Böen bis 8 Beaufort waren für unsere Törnwoche angesagt.

Gleich am ersten Tag brachen wir nach freundlichem Empfang und Sicherheitseinweisung mit der „Polaris“, einer bestens ausgerüsteten 47 Fuß Beneteau, nach Helgoland auf – beruhigend, denn für Mitte der Woche war Wind mit Böen über 30 Knoten angekündigt. Es blieb somit ausreichend Zeit, bei guten Bedingungen wieder zurück zu segeln. Schweinswale begleiteten die Fahrt. Unter Motor und mit ungewöhnlich glatter See näherten wir uns im Abendlicht der Silhouette von Helgoland.

Entgegen der Vorhersagen war der Starkwind am nächsten Morgen bereits präsent. Andrés Vorschlag: einmal Helgoland umrunden – ein gelungener Einstieg ins Segeln! Mit großer Ruhe und Gelassenheit begleitete unser Skipper alle Manöver, so dass uns Wind und Welle zum Freund wurden. Die „Polaris“ war jederzeit sicher zu führen, was uns Vertrauen und Sicherheit gab. Mit wachsamem Auge verfolgte André unsere Segelmanöver, gab hilfreiche Hinweise und ließ uns neben gelegentlichen Bemerkungen zum schonungsvollen Umgang mit den Segeln eigenständig handeln. Die traumhaft schöne Steilküste Helgolands mit den vielen brütenden Vögeln, die wir entlang segelten, erkundeten wir später nochmals beim Abendspaziergang aus anderer Perspektive. Nach intensiver Lagebesprechung angesichts des zunehmend stürmischeren Wetters entschieden wir, statt wie ursprünglich geplant, nicht nach Norderney, sondern in die geschütztere Jade zu segeln.

Am nächsten Morgen erwartete uns eine herrliche Überfahrt mit raumem Starkwind und 3-4 m Welle. Mit der Zufahrt auf Wilhelmshaven konnten wir Seehunde beobachten und lagen dann an einem geschützten Liegeplatz an der Nassau-Brücke fest. Unter Schauerböen trainierten wir am nächsten Vormittag Hafenmanöver, dann auf der Jade das Ein- und Ausreffen, das Verhalten des Bootes bei Fahrt gegen Wind und Strömung, Boje über Bord-Manöver bei Starkwind usw., so dass wir viel Spaß und Erfolg hatten, der Wetter-Herausforderung zu trotzen. Zurück im Hafen wurde die Heizung hochgefahren und im Warmen diskutierten wir die Manöver. Die nasse Kleidung kam in die Trockenkammer – eine Besonderheit der Polaris, die sicherstellt, dass das Ölzeug am nächsten Morgen völlig durchgetrocknet ist.

Der Rückweg nach Bremerhaven führte uns zunächst über eine Schleuse in das Hooksieler Meer und in den idyllischen Alten Hafen des wunderschönen kleinen Ortes Hooksiel. Spannend war, dass die Fahrrinne nach Hooksiel nur knapp unter dem Tiefgang der Polaris lag und damit das Risiko einer Schlickberührung bestand. Kulinarisches Highlight an diesem Abend war eine leckere Seezunge „frisch vom Kutter“.

Am frühen Morgen brachen wir auf, um mit einer Sonderschleusung in den Vorhafen zu kommen und gen Norden zu segeln. Wir wollten Bremerhaven durch die Mittelrinne ansteuern. Navigatorisch gut vorbereitet, erreichten wir unter Segel bei frischem bis starkem Wind und kurz vor Niedrigwasser den Leuchtturm Mellumplate. Doch trotz nachhaltigen Ausgucks konnten wir die zwingend zur Orientierung notwendige Tonne M 12 nicht sichten. Östlich waren die Sände von Mellumplate durch die aufschäumende Brandung deutlich erkennbar. Sicherheitsbewusst entschied unser Skipper, dem Jadefahrwasser weiter zu folgen und östlich der Wangerooger Plate, die Mittelrinne querend, in das Fahrwasser Neue Weser einzubiegen. Vorbei an Sandbänken, auf denen sich die Robben tummelten, kamen wir nach einem aufregenden und zugleich entspannten Törn wieder glücklich im Heimathafen an.

Constanze K. (April 2017)

Saisonauftakt 2017

Für unser Hafenmanövertraining an Ostern (15. + 16. April) und unseren Helgoland-Kurztörn über den 1. Mai gibt es noch freie Kojen.

Beim Hafenmanövertraining üben Sie zwei Tage lang in einer Vierer-Gruppe verschiedenste An- und Ablegemanöver, Leinenhandling (auch mit kleiner Crew) und bei Interesse auch das Schleusen. So gerüstet starten Sie entspannt in die neue Saison mit ihren ersten Hafenmanövern.

Drei Tage Segelspaß ohne einen Urlaubstag „opfern“ zu müssen, gibt es über den 1. Mai. Das Wetter (hoffentlich) schon angenehm, Helgoland aber noch nicht zu voll: So kann die Saison gerne beginnen. Schnuppern Sie hinein ins Nordseesegeln.

Zu den Törnbeschreibungen.

SKS-Praxis-Törn Mai 2017

Fünf Kerle, die den Sportküstenschifferschein machen wollen, werden am Samstagmorgen auf der Ausbildungsyacht „Polaris“ von Skipper und Eigner André begrüßt. Eine kurze Vorstellungsrunde: Andreas, Jan, Benny, Frank und Roman. Ein gemischter Haufen im Alter von Mitte Zwanzig bis Ende Vierzig. Im Durchschnitt haben wir vor zwei bis drei Jahren mit dem Segeln begonnen und unterschiedlich umfangreich Erfahrung gesammelt. Jeder von uns ist jetzt heiß darauf, am Ende dieser Woche die praktische SKS-Prüfung zu bestehen.

Zuerst nehmen wir unser neues Zuhause auf Zeit, die „Polaris“, genauestens unter die Lupe. Kann ja sein, dass wir die Technik, etwa die Instrumente in der Naviecke, in der Prüfung erklären müssen. Wir erarbeiten uns eigenständig die Sicherheitseinweisung und gehen die verschiedenen Notrollen (Was tun im Falle von…) durch.

Am nächsten Morgen verlässt „Polaris“ erstmals mit uns den Stammliegeplatz im Fischereihafen – und legt gleich um die erste Ecke wieder an. Jeder von uns übt An- und Ablegemanöver, dann erst geht es durch die Doppelschleuse hinaus auf die Weser. Segelsetzen im „Blexer Bogen“, unserem „Spielplatz“ für die nächsten Tage. Hier trainieren wir fortan Wenden, Halsen, Boje-über-Bord-Manöver, Beiliegen und Reffen. Was durch die vor Anker liegenden Berufsschiffe und den Strom erschwert wird. Also prüfungstauglich sind wir Sonntagabend noch nicht. Gut, dass wir noch einige Tage zum Üben haben.

Die folgenden Tage bestehen aus Hafenmanövern und Segelmanövern im halbtägigen Wechsel. In der Mittagspause gibt es Fischbrötchen & Co. direkt im Hafen. Natürlich legen wir dazu stilecht mit „Polaris“ möglichst dicht am gewünschten Essensstand an. Bei allen Manövern rotieren wir durch die Positionen, damit jeder jeden erforderlichen Handgriff kennt. Das „Boje-über-Bord-Manöver“ üben wir wohl am häufigsten. Mehrfach täglich leitet jeder von uns dieses Manöver an. Als ungeplant eine Mütze in die Weser fällt, fischen wir auch diese schnell und sicher wieder aus dem Wasser. So langsam sind wir aufeinander eingestellt, mit der Yacht vertraut und blicken zunehmend optimistisch in Richtung Prüfung.

Trotz des intensiven, konzentrierten Trainings haben wir viel Spaß an Bord. Die durchweg gute Stimmung und viel gemeinsames Lachen schweißt uns als Crew eng zusammen.

Dennoch lässt sich am Freitagmorgen allgemeine Anspannung nicht verheimlichen. Zwei Prüfer kommen an Bord und testen zunächst unser Theoriewissen. Ihr „Okay“ lässt unsere Nervosität schon merklich sinken. Nach rund fünf Stunden hat jeder von uns auch diverse Manöver gezeigt und navigiert. Wir bestehen alle!
Erleichtert und glücklich blicke ich auf eine arbeitsreiche Woche mit 100 Übungsseemeilen auf dem Blexer Bogen zurück. Danke an meine Mitsegler und vor allem an André – für die gute Ausbildung und die sehr schöne Zeit auf der „Polaris“. Bis bald!

(Text Roman K. // Fotos SKS-Prüflinge)

Schwerwettertraining 12.11.2016: Dichter Nebel und Eis an Deck

Schon seit vier Tagen vor dem Training analysierten die Crew und Skipper André gemeinsam via E-Mail die Wetterentwicklung. Ihre Erwartungen bestätigen sich auch am Morgen an Bord der „Polaris“: „wirklich schweres“ Wetter gibt es heute nicht. Wobei fünf bis sechs Beaufort auf der Außenweser auch schon eindrucksvoll demonstrieren, was Wind gegen Strom bedeuten kann.

Zunächst werden im warmen Salon einige Wettertaktiken besprochen. Dann geht es nach der intensiven Sicherheitseinweisung durch die Doppelschleuse Fischereihafen – und mittenrein in pottendichten Nebel. Im Vorhafen also erst einmal eine detaillierte Einweisung am Radar und aktivem AIS. Ohne technische Hilfsmittel ist heute Morgen nämlich selbst die Ausfahrt aus dem Vorhafen der Geeste nicht zu finden. Wir melden uns über Funk bei Bremerhaven Weser Traffic an und informieren den allgemeinen Verkehr über unser Auslaufen. Sinnvoll, erwidert der Lotse Bremerhaven doch, dass er uns gleich einlaufend passieren wird. Sehen können wir den Lotsen nicht, lediglich der Motor ist durch den Nebel zu hören.

Die Radarfahrt Richtung Außenweser wird eine spannende lehrreiche Erfahrung. Nahe dem Leuchtturm Roter Sand reißt der Nebel schließlich auf. Wir trainieren verschiedene Sturmtaktiken wie etwa das Beiliegen: Wie weit muss die Großschot tatsächlich gefiert werden? Die Sturmsegel sind nicht erforderlich, als wir bei Gegenwind mit bis zu sechs Beaufort und eisigen Temperaturen zurück in die Weser segeln. Das nötige Reffmanöver des Großsegels wird durch das inzwischen vereiste Deck jedoch deutlich erschwert. Es zeigt sich, dass eine funktionierende Bordheizung durchaus zur sicheren Schiffsführung beitragen kann. Können wir dank ihrer Hilfe doch den durchgefrorenen Ausguck und Rudergänger immer wieder durch fitte, weil aufgewärmte, Crewmitglieder ablösen. So endet dieser lehrreiche Tag wieder sicher am Liegeplatz.

Helgoland - 1. - 3.10.2016

Um fünf Uhr morgens verlassen wir die Doppelschleuse Fischereihafen in Bremerhaven und segeln bei klarem Wetter die Weser auswärts Richtung Helgoland. Nach rund sechs Stunden feinstem Segeln bei angenehmem Herbstwetter erreichen wir Deutschlands einzige Hochseeinsel. Wir entscheiden uns dafür, auch den nächsten Tag gemütlich auf der Insel zu verbringen: Strandspaziergang auf der Düne, Relaxen in der Therme und der Rundgang zur „Langen Anna“ sorgen für Erholung. Der Feiertag präsentiert sich mit herrlichen Segelbedingungen für den Rückweg nach Bremerhaven. Wir erreichen pünktlich zum Einsetzen der Flut die Türme (Leuchtturm Alte Weser und Leuchtturm Roter Sand) und sind um 17 Uhr wieder an unserem Liegeplatz im Weser Yacht Club Bremerhaven. Und für diesen erholsamen Kurztrip war noch nicht mal ein Urlaubstag nötig!